Bauplan · Marcel Steiert

Mein Bauplan für die KI-Kommandozentrale

Wie versprochen: wie ich meine Bereiche sauber getrennt habe, damit Claude in jeder Firma das Richtige weiß und nichts aus Versehen im falschen Bereich landet. Und welche Reiter sich wirklich lohnen.

Du bekommst hier keine fertige App zum Herunterladen, sondern den Aufbau, den ich selbst nutze. Das Wichtigste daran, die getrennten Gedächtnisse, funktioniert auch ganz ohne mein Cockpit, mit Claude Code und ein paar Ordnern.

Obsidian: eine kostenlose Notiz-App, die mit ganz normalen Ordnern und Textdateien auf deinem Rechner arbeitet. Darin liegt alles, was Claude über deine Bereiche wissen soll.
Claude Code: Claude als Programm auf deinem Rechner. Es arbeitet direkt in diesen Ordnern, liest dort seine Anweisungen und schreibt seine Notizen.
Das Cockpit: ein Obsidian-Plugin, das Claude Code direkt ins Obsidian-Fenster holt. Bei mir heißt es MSOrbit, mit Bereichsleiste oben und eigenen Reitern.
Ehrlich vorweg: MSOrbit ist mein Umbau des Open-Source-Plugins Agentic OS von Sebastian Kauffmann (MIT-Lizenz). Meine Version ist nicht öffentlich. Das Original läuft offiziell auf dem Mac, Windows steht dort noch als „in Arbeit“. Ich nutze Windows und habe die nötigen Anpassungen selbst gemacht. Deshalb zeige ich dir zuerst den Teil, der überall funktioniert.

Was du brauchst

Stand: Oktober 2026. Das Verhalten von Claude Code laut der offiziellen Doku zu Gedächtnis und Berechtigungen. Wenn sich dort etwas ändert, gilt die Originalquelle.

Teil 1: Die Bereiche sauber trennen

Das ist der Kern. Die Idee: Claude Code liest beim Start die Anweisungen in dem Ordner, in dem es gestartet wird, und in den Ordnern darüber. Die Ordner daneben liest es nicht automatisch. Genau das nutzen wir aus.

  1. Ein Hauptordner, darin ein Ordner pro Bereich

    Leg einen Hauptordner an und öffne ihn in Obsidian als Vault (Tresor). Darin bekommt jeder Bereich seinen eigenen Ordner. So sieht das bei mir aus, mit neutralen Namen:

    Aufbau
    Kommandozentrale/
    ├── CLAUDE.md                 kurze Orientierung, gilt überall
    ├── Marke/
    │   ├── CLAUDE.md             Regeln nur für die Marke
    │   ├── .claude/settings.json eigenes Gedächtnis
    │   ├── memory/               hier schreibt Claude seine Notizen
    │   ├── Briefings/
    │   └── Aufgaben.md
    ├── Firma/
    │   ├── CLAUDE.md
    │   ├── .claude/settings.json
    │   ├── memory/
    │   ├── Freigegeben/          einziger Weg nach draußen
    │   └── Aufgaben.md
    └── LinkedIn/
        ├── CLAUDE.md
        ├── .claude/settings.json
        └── memory/

    Die CLAUDE.md ganz oben hältst du kurz: nur, welche Bereiche es gibt und dass Claude im Ordner des jeweiligen Bereichs arbeitet. Sie wird in jedem Bereich mitgeladen, deshalb gehört dort nichts Firmeninternes hinein.

  2. Pro Bereich eine eigene CLAUDE.md

    Das ist die Betriebsanleitung für Claude in genau diesem Bereich. Wer bist du dort, worum geht es, was ist tabu. Meine Vorlage, die zwei Zeilen in eckigen Klammern passt du an:

    Firma/CLAUDE.md
    # Bereich: [Name der Firma]
    
    Hier arbeite ich als [Rolle, z. B. Geschäftsführer]. Es geht um [Kurzbeschreibung: Branche, Standorte, Team-Größe].
    
    ## Regeln
    - Inhalte aus diesem Bereich sind vertraulich. Nichts davon in andere Bereiche kopieren.
    - Etwas darf diesen Bereich nur verlassen, wenn ich es selbst in den Ordner "Freigegeben" lege.
    - Keine Kunden-, Mitarbeiter- oder Finanzdaten in Texte für Social Media.
    - Wenn dir Informationen fehlen, frag nach, statt zu raten.
    
    ## Ablage
    - Aufgaben: Aufgaben.md
    - Notizen und Wissen: Unterordner wiki/
  3. Jedem Bereich sein eigenes Gedächtnis geben

    Claude Code schreibt sich von selbst Notizen, wenn du es korrigierst oder etwas festlegst (das automatische Gedächtnis). Damit diese Notizen im richtigen Bereich landen, legst du in jedem Bereich die Datei .claude/settings.json an und trägst den eigenen memory-Ordner ein:

    Firma/.claude/settings.json
    {
      "autoMemoryDirectory": "~/Documents/Kommandozentrale/Firma/memory"
    }

    Den Pfad passt du an deinen Hauptordner und den Bereich an. Der Vorteil: Die Notizen liegen als lesbare Dateien in Obsidian. Du siehst also jederzeit, was Claude sich gemerkt hat, und kannst es korrigieren.

  4. Claude immer im Bereichsordner starten

    Das ist die Regel, an der alles hängt. Startest du Claude Code im Ordner Firma, lädt es die Anweisungen der Firma und die kurze Orientierung darüber. Die Ordner Marke und LinkedIn lädt es nicht. Im Terminal:

    Terminal
    cd ~/Documents/Kommandozentrale/Firma
    claude

    Will Claude später doch eine Datei aus einem anderen Bereich lesen, fragt es dich vorher um Erlaubnis, weil sie außerhalb seines Arbeitsordners liegt. Genau dieses Umschalten zwischen den Ordnern übernimmt bei mir die Bereichsleiste im Cockpit mit einem Klick.

  5. Eine Einbahnstraße zwischen den Bereichen

    Manchmal soll etwas aus der Firma in deinen Content, etwa ein Erlebnis aus dem Alltag. Dafür gibt es bei mir genau einen Weg: den Ordner Freigegeben in der Firma. Nur was ich selbst dort hineinlege, darf der LinkedIn-Bereich lesen. Das steht so in beiden CLAUDE.md-Dateien.

    Wenn du es härter absichern willst, sperrst du den Firmenordner in den anderen Bereichen ausdrücklich. Diese Regel kommt in die .claude/settings.json von Marke und LinkedIn, den Pfad wieder anpassen:

    Marke/.claude/settings.json
    {
      "autoMemoryDirectory": "~/Documents/Kommandozentrale/Marke/memory",
      "permissions": {
        "deny": [
          "Read(~/Documents/Kommandozentrale/Firma/**)",
          "Edit(~/Documents/Kommandozentrale/Firma/**)"
        ]
      }
    }
Wichtig: Die Trennung sorgt dafür, dass Claude die Firma nicht automatisch im Kopf hat. Eine absolute Sperre ist sie nicht. Laut Doku greifen die Sperrregeln bei Claudes eigenen Datei-Werkzeugen und bei gängigen Befehlen, aber nicht bei jedem Skript, das Dateien selbst öffnet. Für sehr sensible Firmendaten gilt deshalb: Sie gehören in den Firmenbereich und nirgendwo sonst hin. Synchronisierst du deinen Hauptordner in eine Cloud oder zu GitHub, dann den Firmenbereich getrennt und privat.

Der Abkürzungs-Prompt

Du musst das nicht alles von Hand anlegen. Starte Claude Code in deinem leeren Hauptordner und gib ihm diesen Auftrag:

In Claude Code
Richte diesen Ordner als meine KI-Kommandozentrale ein.

Meine Bereiche: [z. B. Marke, Firma, LinkedIn]

Für jeden Bereich:
1. Einen eigenen Ordner mit einer CLAUDE.md (wer ich dort bin, worum es geht, was vertraulich ist). Stell mir dazu pro Bereich höchstens drei kurze Fragen, eine nach der anderen.
2. Eine Datei .claude/settings.json mit "autoMemoryDirectory", das auf den Unterordner memory/ dieses Bereichs zeigt. Nutze den vollständigen Pfad.
3. Die Ordner memory/ und Briefings/ sowie eine leere Aufgaben.md.

Ganz oben eine kurze CLAUDE.md, die nur die Bereiche auflistet und sagt: immer im Ordner des Bereichs arbeiten, nichts zwischen Bereichen kopieren.

Frag mich, welcher Bereich vertraulich ist. Für diesen Bereich: einen Ordner Freigegeben/ anlegen und in den .claude/settings.json der ANDEREN Bereiche eine deny-Regel für Read und Edit auf den vertraulichen Ordner eintragen.

Zeig mir am Ende die Ordnerstruktur und den Inhalt jeder CLAUDE.md, bevor du fertig meldest.

Teil 2: Welche Reiter sich wirklich lohnen

Ein Reiter im Cockpit ist im Grunde nur ein Fenster auf einen Ordner. Er lohnt sich deshalb nur, wenn in diesem Ordner regelmäßig etwas Neues liegt, das ein Agent für dich erstellt hat. Ein Reiter ohne Nachschub ist nach einer Woche leer und du klickst ihn nicht mehr an. Meine ehrliche Einteilung:

Sofort, für jeden

Lohnt sich, sobald du das Thema hast

Diese drei sind nur so gut wie der Agent dahinter. Ohne den Agenten bringt der Reiter nichts. Fang also mit dem Agenten an und bau den Reiter erst, wenn er regelmäßig liefert.

Bewusst später


Teil 3: Das Cockpit selbst (optional)

Wenn die Bereiche stehen, kannst du sie schon voll nutzen: Ordner im Terminal öffnen, Claude starten, fertig. Das Cockpit ist das Fenster obendrauf. Wer es ausprobieren will:

Ehrlich gesagt: die Grenzen

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