Mein Bauplan für die KI-Kommandozentrale
Wie versprochen: wie ich meine Bereiche sauber getrennt habe, damit Claude in jeder Firma das Richtige weiß und nichts aus Versehen im falschen Bereich landet. Und welche Reiter sich wirklich lohnen.
Du bekommst hier keine fertige App zum Herunterladen, sondern den Aufbau, den ich selbst nutze. Das Wichtigste daran, die getrennten Gedächtnisse, funktioniert auch ganz ohne mein Cockpit, mit Claude Code und ein paar Ordnern.
Was du brauchst
- Claude Code, installiert und angemeldet. Dafür brauchst du ein bezahltes Claude-Abo (Pro oder höher) oder einen API-Zugang. Anleitung: code.claude.com/docs.
- Obsidian für den Rechner, kostenlos auf obsidian.md. Streng genommen reicht auch ein normaler Ordner, Obsidian macht das Lesen und Bearbeiten nur viel angenehmer.
- Eine Liste deiner Bereiche. Bei mir sind es drei: meine Marke, mein Autohaus und mein persönliches LinkedIn. Bei dir vielleicht zwei Firmen und ein Privatbereich.
Stand: Oktober 2026. Das Verhalten von Claude Code laut der offiziellen Doku zu Gedächtnis und Berechtigungen. Wenn sich dort etwas ändert, gilt die Originalquelle.
Teil 1: Die Bereiche sauber trennen
Das ist der Kern. Die Idee: Claude Code liest beim Start die Anweisungen in dem Ordner, in dem es gestartet wird, und in den Ordnern darüber. Die Ordner daneben liest es nicht automatisch. Genau das nutzen wir aus.
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Ein Hauptordner, darin ein Ordner pro Bereich
Leg einen Hauptordner an und öffne ihn in Obsidian als Vault (Tresor). Darin bekommt jeder Bereich seinen eigenen Ordner. So sieht das bei mir aus, mit neutralen Namen:
AufbauKommandozentrale/ ├── CLAUDE.md kurze Orientierung, gilt überall ├── Marke/ │ ├── CLAUDE.md Regeln nur für die Marke │ ├── .claude/settings.json eigenes Gedächtnis │ ├── memory/ hier schreibt Claude seine Notizen │ ├── Briefings/ │ └── Aufgaben.md ├── Firma/ │ ├── CLAUDE.md │ ├── .claude/settings.json │ ├── memory/ │ ├── Freigegeben/ einziger Weg nach draußen │ └── Aufgaben.md └── LinkedIn/ ├── CLAUDE.md ├── .claude/settings.json └── memory/Die
CLAUDE.mdganz oben hältst du kurz: nur, welche Bereiche es gibt und dass Claude im Ordner des jeweiligen Bereichs arbeitet. Sie wird in jedem Bereich mitgeladen, deshalb gehört dort nichts Firmeninternes hinein. -
Pro Bereich eine eigene CLAUDE.md
Das ist die Betriebsanleitung für Claude in genau diesem Bereich. Wer bist du dort, worum geht es, was ist tabu. Meine Vorlage, die zwei Zeilen in eckigen Klammern passt du an:
Firma/CLAUDE.md# Bereich: [Name der Firma] Hier arbeite ich als [Rolle, z. B. Geschäftsführer]. Es geht um [Kurzbeschreibung: Branche, Standorte, Team-Größe]. ## Regeln - Inhalte aus diesem Bereich sind vertraulich. Nichts davon in andere Bereiche kopieren. - Etwas darf diesen Bereich nur verlassen, wenn ich es selbst in den Ordner "Freigegeben" lege. - Keine Kunden-, Mitarbeiter- oder Finanzdaten in Texte für Social Media. - Wenn dir Informationen fehlen, frag nach, statt zu raten. ## Ablage - Aufgaben: Aufgaben.md - Notizen und Wissen: Unterordner wiki/
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Jedem Bereich sein eigenes Gedächtnis geben
Claude Code schreibt sich von selbst Notizen, wenn du es korrigierst oder etwas festlegst (das automatische Gedächtnis). Damit diese Notizen im richtigen Bereich landen, legst du in jedem Bereich die Datei
.claude/settings.jsonan und trägst den eigenenmemory-Ordner ein:Firma/.claude/settings.json{ "autoMemoryDirectory": "~/Documents/Kommandozentrale/Firma/memory" }Den Pfad passt du an deinen Hauptordner und den Bereich an. Der Vorteil: Die Notizen liegen als lesbare Dateien in Obsidian. Du siehst also jederzeit, was Claude sich gemerkt hat, und kannst es korrigieren.
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Claude immer im Bereichsordner starten
Das ist die Regel, an der alles hängt. Startest du Claude Code im Ordner
Firma, lädt es die Anweisungen der Firma und die kurze Orientierung darüber. Die OrdnerMarkeundLinkedInlädt es nicht. Im Terminal:Terminalcd ~/Documents/Kommandozentrale/Firma claude
Will Claude später doch eine Datei aus einem anderen Bereich lesen, fragt es dich vorher um Erlaubnis, weil sie außerhalb seines Arbeitsordners liegt. Genau dieses Umschalten zwischen den Ordnern übernimmt bei mir die Bereichsleiste im Cockpit mit einem Klick.
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Eine Einbahnstraße zwischen den Bereichen
Manchmal soll etwas aus der Firma in deinen Content, etwa ein Erlebnis aus dem Alltag. Dafür gibt es bei mir genau einen Weg: den Ordner
Freigegebenin der Firma. Nur was ich selbst dort hineinlege, darf der LinkedIn-Bereich lesen. Das steht so in beidenCLAUDE.md-Dateien.Wenn du es härter absichern willst, sperrst du den Firmenordner in den anderen Bereichen ausdrücklich. Diese Regel kommt in die
.claude/settings.jsonvon Marke und LinkedIn, den Pfad wieder anpassen:Marke/.claude/settings.json{ "autoMemoryDirectory": "~/Documents/Kommandozentrale/Marke/memory", "permissions": { "deny": [ "Read(~/Documents/Kommandozentrale/Firma/**)", "Edit(~/Documents/Kommandozentrale/Firma/**)" ] } }
Der Abkürzungs-Prompt
Du musst das nicht alles von Hand anlegen. Starte Claude Code in deinem leeren Hauptordner und gib ihm diesen Auftrag:
Richte diesen Ordner als meine KI-Kommandozentrale ein. Meine Bereiche: [z. B. Marke, Firma, LinkedIn] Für jeden Bereich: 1. Einen eigenen Ordner mit einer CLAUDE.md (wer ich dort bin, worum es geht, was vertraulich ist). Stell mir dazu pro Bereich höchstens drei kurze Fragen, eine nach der anderen. 2. Eine Datei .claude/settings.json mit "autoMemoryDirectory", das auf den Unterordner memory/ dieses Bereichs zeigt. Nutze den vollständigen Pfad. 3. Die Ordner memory/ und Briefings/ sowie eine leere Aufgaben.md. Ganz oben eine kurze CLAUDE.md, die nur die Bereiche auflistet und sagt: immer im Ordner des Bereichs arbeiten, nichts zwischen Bereichen kopieren. Frag mich, welcher Bereich vertraulich ist. Für diesen Bereich: einen Ordner Freigegeben/ anlegen und in den .claude/settings.json der ANDEREN Bereiche eine deny-Regel für Read und Edit auf den vertraulichen Ordner eintragen. Zeig mir am Ende die Ordnerstruktur und den Inhalt jeder CLAUDE.md, bevor du fertig meldest.
Teil 2: Welche Reiter sich wirklich lohnen
Ein Reiter im Cockpit ist im Grunde nur ein Fenster auf einen Ordner. Er lohnt sich deshalb nur, wenn in diesem Ordner regelmäßig etwas Neues liegt, das ein Agent für dich erstellt hat. Ein Reiter ohne Nachschub ist nach einer Woche leer und du klickst ihn nicht mehr an. Meine ehrliche Einteilung:
Sofort, für jeden
- Die Bereichsleiste. Umschalten zwischen den Bereichen mit einem Klick, und Claude startet im richtigen Ordner. Das ist der eigentliche Grund für das Cockpit.
- Das Morgen-Briefing. Jeden Morgen liegt eine Datei im Ordner
Briefings: Termine, wichtige Mails, offene Aufgaben, ein Fokus für den Tag. Das ist der Reiter, den ich wirklich jeden Tag öffne. Wie du so ein Briefing einrichtest, zeige ich in meinem Briefing-Guide. - Eine Aufgabenliste pro Bereich. Eine einfache
Aufgaben.mdje Bereich. Claude kann sie lesen und abhaken, und du siehst nur die Aufgaben des Bereichs, in dem du gerade bist.
Lohnt sich, sobald du das Thema hast
- Leads: bei mir füllt ein Agent einen Ordner mit Firmen und Kontaktinfos, der Reiter zeigt sie als Liste mit Status.
- Carousels: fertige Instagram-Slides aus einem Agenten, mit Vorschau.
- Videoschnitt: Rohvideos, die ein Agent vorschneidet, mit einer Liste zum Durchsehen.
Diese drei sind nur so gut wie der Agent dahinter. Ohne den Agenten bringt der Reiter nichts. Fang also mit dem Agenten an und bau den Reiter erst, wenn er regelmäßig liefert.
Bewusst später
- Reiter für Firmensoftware wie CRM oder Buchhaltung. Die stehen bei mir noch als leere Platzhalter, bis eine saubere Schnittstelle da ist. Lieber ein ehrlicher Platzhalter als ein Reiter mit halben Zahlen.
Teil 3: Das Cockpit selbst (optional)
Wenn die Bereiche stehen, kannst du sie schon voll nutzen: Ordner im Terminal öffnen, Claude starten, fertig. Das Cockpit ist das Fenster obendrauf. Wer es ausprobieren will:
- Mac: Das Original Agentic OS holt Claude Code als Terminal mit mehreren Tabs in Obsidian. Installiert wird es von Hand: den Release-Ordner nach
.obsidian/plugins/in deinem Vault kopieren, Obsidian neu laden, Plugin aktivieren. Die genauen Schritte stehen im README auf GitHub. - Windows: laut Original noch nicht offiziell unterstützt. Es geht, aber nur mit eigenen Anpassungen am Quellcode. Das ist ein Projekt für ein ruhiges Wochenende, nicht für zehn Minuten.
- Bereichsleiste und eigene Reiter sind nicht im Original enthalten. Die habe ich mit Claude Code dazugebaut. Wenn du das auch willst: Quellcode herunterladen, Claude Code im Plugin-Ordner starten und ihm deine Ordnerstruktur aus Teil 1 zeigen.
Ehrlich gesagt: die Grenzen
- Kein Ein-Klick-Tool. Die Ordnerstruktur hast du an einem Nachmittag. Das Cockpit mit eigenen Reitern ist Bastelarbeit.
- Das Gedächtnis wächst mit der Nutzung. Am ersten Tag kennt Claude nur, was in deiner
CLAUDE.mdsteht. Je öfter du in einem Bereich arbeitest und korrigierst, desto besser kennt es ihn. - Trennung ist keine Verschlüsselung. Alles liegt als Textdatei auf deinem Rechner. Wer an deinen Rechner kommt, kommt an alle Bereiche.
- Halte die CLAUDE.md kurz. Laut Doku sind unter 200 Zeilen pro Datei ideal. Lange Anleitungen befolgt Claude weniger zuverlässig.
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